Ursula Reich Architektur+Farbe

‚Architektur + Farbe’


Architektur bildet räumliche Körper, die wir sowohl von innen als Hohlräume wie auch von außen als Raumkörper erfahren. Erst Licht und Farbe ermöglicht uns, räumliche Strukturen wahrzunehmen und zu unterscheiden.

Licht bringt immer Farbe mit sich, es gibt kein farbloses natürliches Licht. So gesehen gibt es auch keine farblose Architektur. Licht/Farbe modellieren die gebaute Architektur weiter.

Im günstigsten Fall unterstreicht die Farbe die architektonische Form, unterstützt die Raumwirkung. Es geht also nicht darum, einen passenden ‚Anstrich’ in einer ‚schönen’ Farbe zu finden, sondern um eine Symbiose aus Form und Farbe. In dieser Weise eignet sich Farbe als Mittel, architektonische Formen zu interpretieren, Räume zu gliedern oder zu verbinden, Inhalte zu illustrieren und Atmosphäre zu kreieren.


Arbeiten im Bestand
‚Re - toucher’ – Wiederanfassen,
noch einmal in die Hand nehmen


Mein Haupttätigkeitsfeld liegt im Umgang mit Bestandsarchitektur. Ob im Hinblick auf Umbau beziehungsweise Erweiterung von bestehender Bausubstanz, oder im Rahmen der Erarbeitung eines Farbkonzeptes, hat sich für mich eine durchgängig ähnliche Betrachtungsweise entwickelt: Mein Anliegen ist es immer, die im Vorgefundenen innewohnenden Potentiale zu entdecken, freizulegen und durch Wegnehmen unnötiger und Hinzufügen neuer Elemente in Ihrer Qualität zu verstärken. Jedes Gebäude, jeder Raum besitzt seine eigene Persönlichkeit. Mich interessiert es, diese zu erspüren und ihre ganz spezielle ‚Schönheit’ sichtbar zu machen.

Neu Eingefügtes wird dabei nicht additiv auf den vorhandenen Raum appliziert, sondern geht eine Synthese mit dem Vorhandenen ein, indem Bestehendes und Neues gleichberechtigt und sich gegenseitig unterstützend ineinander aufgehen.


Manchmal sind nur sehr sparsame Eingriffe nötig, um aus dem ‚Alten’ etwas ‚Neues’ zu schaffen. Gerade die Suche nach dem minimal Notwendigen, das dem Raum den neutralen Schleier entreißt und ihn in neuem Licht aufleuchten lässt ist für mich aufregend und spannend.


Wiederbelebung und Neu-Interpretation von nicht mehr funktionierender Architektur


Brachliegende, leer Stehende, nicht mehr funktionierende Architektur betrachte ich in diesem Zusammenhang als wertvolles Experimentierfeld mit versteckten Potentialen, die animiert und für neue Funktionen geöffnet werden können. Insbesondere die Architektur der 60-70-80er Jahre sucht nach neuer Identität und zeitgemäßem Image.

In diesem Bereich liegt die besondere Herausforderung darin, trotz größtenteils ökonomischer Begrenzungen entwurflich hochwertige Antworten zu finden. Dies erfordert eine kreative und spielerische Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen und oft eine gute Portion Improvisationsfähigkeit.



Arbeitsstruktur


Je nach Aufgabenstellung und Größe des Projekts werden Arbeitsgemeinschaften mit anderen Architekten, Innenarchitekten, Designern und Künstlern gebildet.
Diese dynamische Arbeitsstruktur ermöglicht ein flexibles und optimal auf die unterschiedlichsten Anforderungen reagierendes Arbeiten. Auf diese Weise werden vielfältige Fachkompetenzen zusammengeführt, die sich gegenseitig inspirieren und ergänzen und gemeinsam zu qualitätvollen Ergebnissen beitragen.